Bausteine

Im Rahmen des Kölner Parkinson Netzwerks werden verschiedene Bausteine angeboten, die auf jeden Patienten individuell zugeschnitten sind.

Diese einzelnen Module möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen. 

Parkinson-Visite

In kooperierenden Praxen von niedergelassenen Neurologen findet – je nach Vereinbarung mit der entsprechenden Praxis – eine regelmäßige Visite eines Facharztes der Uniklinik Köln gemeinsam mit dem niedergelassenen Neurologen statt.

Im Rahmen dieser Visiten (üblicherweise ein Mal im Quartal) können durch das „Vier-Augen-Prinzip“ Probleme rascher erkannt und folgende Therapieänderungen besprochen werden. Durch einen mit der Parkinsonschen Erkrankung sehr erfahrenen Arzt aus der Uniklinik Köln können im Laufe der Erkrankung entstehende Probleme umfassend diagnostiziert und Therapieneuerungen zeitnah an den Patienten weitergegeben werden.

Parkinson-Pfleger

In diesem Projekt wird vollzeitig ein speziell ausgebildeter Parkinson-Pfleger beschäftigt, der sich mit den Problemen, Nöten und Sorgen der Parkinson-Patienten auskennt und sich derer annimmt. Der Parkinson-Pfleger steht in engem Kontakt zu den Patienten. Er führt einen Erstbesuch bei den Patienten zuhause nach Aufnahme in das Netzwerk durch. Hier werden vor allem häusliche Probleme thematisiert und Hilfsangebote für das häusliche Umfeld erarbeitet. Es folgen regelmäßige (ein Mal pro Quartal) Besuche beim Patienten zuhause oder ggfs. in der Praxis des niedergelassenen Neurologen, so dass auf Änderungen des Gesundheitszustandes im individuellen Kontext des Patienten rasch reagiert werden kann.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass der Parkinson-Pfleger durch den Patienten bei akuter Verschlechterung der Gesundheitssituation kontaktiert und ggfs. nach Hause bestellt werden kann (24-Stunden Hotline, 365 Tage im Jahr). Hierdurch ist eine barrierearme, flexible und rasch verfügbare Fachkraft in der Lage, die Situation zu beurteilen und in Absprache mit dem Facharzt aus der Uniklinik entsprechend zu reagieren.

Während der Kontakte mit den Patienten sollen immer wieder auch Schulungsaspekte in Bezug auf die Erkrankung, die Ernährung oder allgemeiner Gesundheitsthemen berücksichtigt werden.

Sollte es zu einer stationären Aufnahme der Patientin kommen, besucht der Parkinson-Pfleger den Patienten in der Klinik und sorgt für einen lückenlosen Übergang in das Behandlungsteam im Krankenhaus und bei der Entlassung.

Rasche Therapieanpassung

Es besteht die Möglichkeit, den Parkinson-Pfleger im Rahmen einer Telefon-Hotline telefonisch zu kontaktieren, um bei Symptomverschlechterungen Rat einzuholen. Hierdurch entsteht für die Patienten die Möglichkeit, Probleme rasch und ohne größere Barrieren mit einer Vertrauens- und Fachperson zu klären. Es kann auch ein Kontakt zum Facharzt aus der Uniklinik hergestellt werden, so dass die medikamentöse Therapie rasch angepasst werden kann. Hierdurch sollen zum Beispiel stationäre Krankenhausaufenthalte vermieden werden.

Für akute Notfälle muss der Rettungsdienst verständigt werden, für alle anderen Verschlechterungen von Parkinson-assoziierten Symptomen kann nach Rücksprache mit dem Facharzt die Medikation unmittelbar angepasst werden.

Individueller Therapieplan

Neben der medikamentösen Therapie haben weitere Therapieverfahren bei der Parkinsonschen Erkrankung einen hohen Stellenwert. Zu den wissenschaftlich wirksam erwiesenen zählen Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Diese Therapieformen haben somit einen sehr hohen Stellenwert in der Versorgung der Patienten.

Oftmals ist jedoch die Kommunikation zwischen den einzelnen Berufsgruppen nicht ausreichend oder die Ausbildung der Therapeuten in Bezug auf die Parkinsonsche Erkrankung nicht umfassend. Hier wird durch das Kölner Parkinson Netzwerk eine Vernetzung insbesondere zwischen Ärzten und Therapeuten geschaffen und spezielle Therapieverfahren für spezifische Probleme empfohlen.

Jeder Patient erhält auf Basis seiner Hauptprobleme eine individuell zugeschnittene Therapieempfehlung an jede Berufsgruppe. Weiterhin wird mit den einzelnen Therapeutengruppen bei besonderen Fragestellungen oder Hinweisen Rücksprache gehalten.

Eine besondere Zusammenarbeit besteht mit der UniReha GmbH, einem Tochterunternehmen der Uniklinik Köln. Hier wird spezielle Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie aus einer Hand speziell für Parkinson-Patienten angeboten. Weitere Informationen zum Angebot der UniReha finden Sie hier.

Videotherapie

Bei einigen Patienten (z. B. ausgeprägte Fluktuationen der Symptomatik im Tagesverlauf) kann es medizinisch indiziert sein, eine ambulante Videotherapie durchzuführen. Diese wird über einen Einzelantrag zur Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt. Nach erfolgter Kostenübernahme wird bei den Patienten zuhause eine Videoeinheit aufgebaut.

Es erfolgt für einen Zeitraum von vier Wochen eine videobasierte Therapie mit täglichen Videovisiten, wonach die Medikation durch den Facharzt entsprechend angepasst wird.

Sozialrechtliche Beratung

Es treten im Rahmen der Erkrankung immer wieder viele Fragen zu Kostenübernahmen für ambulante Leistungen, Rehabilitationsmaßnahmen oder auch im Zusammenhang mit einer Schwerbehinderung auf.

Durch die Teilnahme am KPN bieten wir ein Mal im Monat eine telefonische Sprechstunde mit einem in sozialrechtlichen Fragen erfahrenen Rechtsanwalt der deutschen Parkinson Vereinigung.

Selbsthilfegruppen

Die Selbsthilfegruppen stellen einen wichtigen Teil in der Krankheitsbewältigung und Krankheitsauseinandersetzung dar. Wichtige Erfahrungen und Anregungen können oftmals besser von betroffenen Patienten als von Ärzten oder anderen Berufsgruppen vermittelt werden.

Wir vermitteln im Rahmen des KPN den Kontakt zu lokalen Selbsthilfegruppen und fördern die Information und Aufklärung in den Selbsthilfegruppen vor Ort durch regelmäßige Vortragsveranstaltungen.

Patientenpatenschaften

Einige Patienten benötigen im Laufe Ihrer Erkrankung weiterführende Therapieoptionen, die über eine rein medikamentöse Therapie hinausgehen.

Die Tiefe Hirnstimulation ist hier ein Therapieverfahren für ausgewählte Patienten. Aufgrund der hohen individuellen Bedeutung eines operativen Eingriffs aber auch der möglichen Nebenwirkungen und Langzeiterfolge haben wir ein Konzept der "Patientenpatenschaften" konzipiert.

Wir vermitteln in diesem Konzept Patienten, die bereits eine Tiefe Hirnstimulation erhalten haben, an interessierte Patienten, die vor der möglichen Frage einer Tiefen Hirnstimulation stehen.

Patienten können sich somit untereinander austauschen und über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung aber auch der Tiefen Hirnstimulation berichten. Diese Initiative wird vom Kölner Parkinson Netzwerk vermittelt, ohne dass jedoch von ärztlicher oder pflegerischer Seite direkt Einfluß genommen wird.

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