AG Rehabilitation kognitiver Störungen - ZNS Reha

Eine Schädigung des Gehirns, sei es infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls, kann die Hirnfunktion dauerhaft beeinträchtigen. In unserer Gesellschaft ist der Schlaganfall die häufigste Ursache einer dauerhaften Behinderung. Jährlich ereignen sich ca. 250.000 erstmalige Schlaganfälle. Mehr als ein Drittel der überlebenden Schlaganfall-Patienten bleiben nach dem Ereignis dauerhaft behindert und sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Neben motorischen Defiziten liegen bei den Betroffenen häufig relevante Störungen der kognitiven Funktionen vor. Vor allem Störungen der Kommunikation, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der Handlungsplanung und –ausführung erschweren die erfolgreiche Wiederherstellung des Betroffenen (Rehabilitation) und bedingen oft trotz intensiver neurorehabilitativer Therapie eine dauerhafte Behinderung.

Das Ziel der Arbeitsgruppe ist daher die Erforschung und Entwicklung innovativer Therapieverfahren zum Einsatz in der Neurorehabilitation. Ausgehend von dem Konzept, dass das Gehirn während der gesamten Lebenszeit eines Menschen die Möglichkeit besitzt, den Verlust von Hirnarealen durch plastische Umbauprozesse zu kompensieren, versuchen wir, diese neuronale Plastizität durch Interventionen, wie kognitive Trainingstherapien, spezielle Pharmakotherapien und nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren zu fördern. Dabei entwickeln wir die konzeptionellen Hypothesen anhand von funktionellen Modellen, die auf den neuesten Erkenntnissen der Neuropsychologie, der kognitiven Neurobiologie und der bildgebenden Neurowissenschaften (wie der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) und der Positronenemissionstomographie (PET)) beruhen. Ein Fokus der Arbeitsgruppe liegt auf der pathophysiologischen Erforschung und Therapie von Störungen der Aufmerksamkeit (Neglekt) und der Handlungsplanung und –ausführung (Apraxie).

Die AG ist eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, deren Mitglieder besondere Kenntnisse in der klinischen Neurologie (Schlaganfallbehandlung), kognitiven Neurologie, kognitiven Neurobiologie, Neurorehabilitation, und Neuropsychologie aufweisen. Methodisch wenden wir unter anderem nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren zur Neuromodulation an. Die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) stellen zwei solcher nicht-invasiver Hirnstimulationsverfahren dar, die länger anhaltende Veränderungen der kortikalen Erregbarkeit (Exzitabilität) induzieren können. Die präzise Anwendung der Verfahren unterstützen wir mittels der rahmenlosen stereotaktischen Neuronavigation. Verhaltensexperimente (behaviorale Testungen) wenden wir für sich genommen und in Kombination mit der TMS / tDCS und/oder mit bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) und/oder Positronenemissions-tomographie (PET) an. Zur Untersuchung einfacher und höherer motorischer Defizite wenden wir elektrophysiologische Untersuchungsverfahren, wie die kinematische Bewegungsanalyse und die Analyse isometrischer Fingerkräfte, sowie neurophysiologische Techniken, wie die Elektromyographie und die motorisch-evozierten Potentiale, an. Die enge Verzahnung der Arbeitsgruppe mit dem Forschungszentrum Jülich ermöglicht den unmittelbaren Transfer experimenteller Laborergebnisse in die klinische Testung und zurück.

Kooperationspartner

Priv.-Doz. Dr. R. Sparing

Neurochirurgische und neurologische Rehabilitationsklinik Holthausen, Hattingen

Prof. A.T. Sack
Department of Neurocognition, Faculty of Psychology, Universiteit Maastricht

Publikationen (Pubmed)

Das Team

Ärztinnen

Dr. Pia Floßdorf
Dr. Janina Neuneier

Doktorandinnen und Doktoranden

Tjalda Kim Deiwick, Ärztin
Stefan Flache, Arzt

Telefon AG: +49 221 478-87650

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